Gemma, Hartmann und Einsiedler
Um 1300 residierte auf der Schwanau ein böser Vogt, der eines Tages zusammen mit seinen Knechten in Arth die hübsche Jungfrau Gemma raubte. Doch Gemma stürzte sich von den Zinnen des Bergfrieds in den Tod, noch bevor der Vogt sich an ihr vergreifen konnte. Das Volk, ganz zornig, stürmte daraufhin in der Neujahrsnacht 1308 die Insel und zerstörte die Burg – ausser den mächtigen Bergfried: der war nicht kleinzukriegen.
So jedenfalls geht die berühmteste Sage über die Insel Schwanau im Lauerzersee. Ähnlich mysteriös ist aber auch die Geschichte der Burg. Wer hat sie erbaut? Warum wurde sie verlassen? Hier gibt es mehrere mögliche Antworten. Die 165 Meter lange und 33 Meter breite Insel hatte schon viele verschiedene Besitzer.
Die kleine St. Josefskapelle wurde von Eremiten erbaut und wird heute noch für Tauf- oder Hochzeitsfeiern gebraucht.
Nach den verheerenden Verwüstungen durch die vom Bergsturz zu Goldau ausgelöste Flutwelle verkaufte der Kanton die Schwanau 1809 an die Landeshauptmann-Familie Auf der Maur und kaufte sie 1967 wieder zurück. Seither ist die Insel ein schweizweit beliebtes Ausflugsziel. 2009 wurden die Gebäude auf der Insel aufwändig renoviert.
Die schöne Jungfrau Gemma ist hier übrigens heute noch anzutreffen: Einmal im Jahr sieht man sie in einem weissen Kleid mit brennender Fackel einem gewappneten Mann rings um die Turmmauer nachrennen. Der Gejagte muss ihr ständig ausweichen und stürzt sich am Ende heulend in den See. So kriegt die Jungfrau jährlich ihre späte Rache. Das erzählt uns jedenfalls die Sage.
